#3: Donau City

Die Donau City im 22. Bezirk (Donaustadt) hat sich in den letzten Jahren zum Hochhauszentrum Wiens entwickelt. Eigentümerin des rund 17 ha großen Areals und damit für die Gesamtentwicklung verwantwortlich ist die Wiener Entwicklungsgesellschaft für den Donauraum AG (WED). Das Bebauungskonzept geht von einer breiten Nutzungsmischung aus, die Büro- und Geschäftsnutzung von maximal 70 %, Wohnnutzung von etwa 20 % und Kultur- und Freizeiteinrichtungen von 10 % vorsieht. Interessanterweise sind fast alle namhaften österreichischen Banken an der WED beteiligt, etwa Erste Bank, Bank Austria, Raiffeisen Zentralbank, BAWAG und die Volksbanken-Gruppe.

Architektonisch hat die Donau City leider wenig Interessantes zu bieten, vom 1964 fertig gestellten Donauturm (mit 252 m das höchste Bauwerk Österreichs) und der UNO-City (Vienna International Centre + Austria Center Vienna) einmal abgesehen. Vor allem jene Hochhäuser, die seit Anfang der 1990er Jahre auf der bzw. rund um die Donauplatte (Überplattung der Donauuferautobahn) errichtet wurden, versprühen in erster Linie in Glas und Beton gegossene Beliebigkeit und Langeweile. Die fehlenden Grünflächen verstärken den negativen Eindruck zusätzlich.

Mit dem vom französischen Stararchitekten Dominique Perrault geplanten und 2014 eröffneten DC Tower 1 hat sich das Gesicht der Donau City nochmal radikal - und zum Positiven - gewandelt. Der 250 m hohe Wolkenkratzer bildet das weithin sichtbare neue Wahrzeichen der Stadt und soll demnächst einen 168 m hohen Zwillingsturm (DC Tower 2) zur Seite gestellt bekommen. Auffällig an beiden Gebäuden ist neben der dunklen Glasfassade vor allem die stufenartig verschobene Fassadenstruktur.

Die Entwicklung des Areals dürfte damit aber noch nicht abgeschlossen sein, u.a. plant die Soravia Group auf dem Gelände des 2011 geschlossenen Cineplexx Reichsbrücke ein neues, rund 145 m hohes Wohnhochaus (Danube Flats). Allerdings dürfte es hier zu erheblichen Verzögerungen kommen, nicht zuletzt aufgrund eines Anrainerprotests der Bürgerinitiative Kaisermühlen.

Fazit: Die Donau City hat durchaus Potenzial, allerdings ist in den letzten Jahren (zu) viel falsch gelaufen. Der Bebauungsplan wirkt wenig durchdacht, es mangelt an Grünflächen, Bäumen und gemütlichen Plätzen, das kulturelle Angebot vor Ort ist ein Witz, und von der Bezeichnung "Architekturjuwel" sind die meisten der Hochhäuser meilenweit entfernt.